#Yolo?!

Da es meinem Opa gerade nicht so gut geht, schlafe ich seit 2 Tagen bei meinen Großeltern. Dabei teste ich bereits meine Schlafutensilien, die Idee hierfür hatte ich von meiner Mut… ach ihr wisst doch eh schon woher die Idee stammt. Das Schlafen auf der Matratze, mit meinem Schlafsack und dem aufblasbaren Kissen klappt soweit ganz gut, lediglich mein Opi bereitet mir einen etwas unruhigen Schlaf. Es ist nicht gerade einfach seinen Opa, mit dem man vor ein paar Jahren noch Schach gespielt und Bilder gemalt hat, auf einmal so schwach zu sehen. Allerdings ist es auch nicht das erste Mal, dass ich mit dem Tod konfrontiert wurde.

Vor ziemlich genau einem Jahr, ist ein Freund von mir eine Woche nach seinem 23. Geburtstag bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Eine verdammte Woche nach seinem fucking 23. Geburtstag!! Zwar hatte ich zum Schluss nicht mehr so viel Kontakt mit ihm, aber dennoch wirft einen so eine Nachricht erstmal aus der Bahn. Ich hatte mir schon immer Gedanken übers Leben gemacht, danach allerdings noch intensiver. Vor allem wurde mir auf eine nicht sehr sanfte Weise klar gemacht, dass das Leben tatsächlich jederzeit enden kann. Natürlich will ich niemanden mit sentimentalen und traurigen Beiträgen runter ziehen, daher möchte ich euch erzählen, was für positive Schlüsse ich daraus gezogen habe.

Das von mir ach so geliebte Akronym (*Wikipedia confirmed) “YOLO” (You only live once – du lebst nur einmal) wurde 2012 zum Jugendwort des Jahres gewählt. Ich weiß aus vielen sicheren Quellen, dass es nicht nur mir tierisch auf die Nerven ging. Doch nach diesem Vorfall vor etwa einem Jahr habe ich mir darüber mal meine Gedanken gemacht.

Natürlich muss man jetzt nicht nur mit einer Pandamütze bekleidet, auf einem Skateboard durchs Kaufhaus fahren und dabei “Ich bin unsichtbar – YOLO Alter!” rufen. Aber die Intention dahinter ist schon richtig, also hinter YOLO und nicht der Skateboardaktion. Klar weiß jeder, dass es irgendwann einmal vorbei ist und auch, dass es jederzeit sein könnte weiß man – zumindest theoretisch. Aber wenn ich durch die Straßen laufe und in die Gesichter der Menschen schaue, würde ich so häufig gerne einfach rufen: “Vorsicht! Passt doch bitte auf, dass ihr nicht über eure Mundwinkel stolpert!” Fast jeder sieht irgendwie unglücklich aus, kaum einer lächelt und wenn du morgens auf dem Weg zur Arbeit mal jemanden einen guten Morgen wünschst, pass lieber auf, dass er nicht komplett verunsichert die Polizei ruft (besonders in München)!

Aber warum? Wenn ich doch weiß, dass es jederzeit vorbei sein könnte, muss ich doch das Beste aus jedem einzelnen Tag machen oder? Dann sag ich mir doch wenn es regnet: “Mensch ein Glück hagelt es nicht!” und wenn es hagelt, sag ich: “Zum Glück habe ich ein Dach überm Kopf!” … Warum steckt es so sehr in uns drinnen, dass wir immer nörgeln und scheinbar nie glücklich sind? Immer brauche ich etwas neues zu meiner Zufriedenheit.

- “Ja, wenn ich dann erst einmal mein Studium in der Tasche habe, dann kann ich wirklich glücklich sein!”

- “Sobald ich einen Job habe, habe ich Planungssicherheit und dann bin ich zufrieden!”

- ” Wenn ich erst einmal in Rente bin, kann ich mein Leben wirklich genießen!”

NEIN! Tut mir doch bitte einen Gefallen und versucht doch gleich heute mal das Beste aus eurem Tag zu machen! Und wenn euch euer Nachbar wieder einmal zugeparkt hat, ärgert euch nicht, sondern freut euch, dass ihr euch überhaupt ein Auto leisten könnt! … und dann erst setzt ihr genüsslich die Katze auf seine Motorhaube.

Was ich also für mein Leben daraus positives gezogen habe? Nun ja, da ich daran glaube, dass es einen Himmel gibt, macht mir der Tod zum Glück keine Angst. Wo ich mir darüber schon einmal keinen Kopf mehr machen brauche, geht es nun also “nur” noch um das Leben hier auf der Erde. Ich habe mir nach dem Tod meines Freundes geschworen, dass ich mein Leben genieße und das Beste daraus mache. Das ist das Mindeste, was ich für ihn tun kann, denn miesmuschelig durchs Leben zu stapfen, wäre wahrlich eine Verschwendung! Außerdem habe ich mir vorgenommen, die Welt besser zu verlassen, als ich sie vorgefunden habe. Auch wenn das jetzt für viele vielleicht idealistisch klingt und an das bekannte “Ich wünsche mir Weltfrieden” bei Miss-Wahlen erinnert, ist mir das egal! Warum? Weil YOLO Alter!

Eines Tages wachst du auf und hast nicht mehr die Zeit dazu, die Dinge zu tun, die du immer tun wolltest. Deshalb tue sie JETZT! - Paulo Coelho (brasilianischer Schriftsteller)

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