Resume zu Taize

Meine Zeit in Taize ist nun vorbei und ich bereuhe meine Entscheidung nicht, eine Woche geblieben zu sein. Es war ein krasser Kontrast zu den letzten Wochen. Habe ich bisher hauptsächlich ab und an mal den Einen oder Anderen kennengelernt, der meist auch älter war als ich, habe ich alleine in dieser einen Woche hier locker 30 neue Leute kennen lernen dürfen, die fast alle mehr oder weniger in meinem Alter gewesen sind. Es war zu Beginn schon eine ziemliche Umstellung von dem alleine durch die Natur laufen der letzten Tage hin zu tausender junger Leute auf einem Platz. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase von 1- 2 Tagen, habe ich mich aber Gefallen an meine neue Umgebung gefunden und auch an meinen neuen Tagesablauf.

Gegen 08:30 Uhr trafen sich alle 2000-3000 Leute in der “Kirche” welche eine große Halle gewesen ist, in der man auf dem Boden saß, was einem, neben den ganzen Kindern noch einmal aufzeigte, dass man keine 16 mehr ist. Gefühlt alle 2 Minuten musste ich die Sitzposition wechseln, um den Schmerz auf die verschiedenen zur Verfügung stehenden Körperteile aufzuteilen. Die Treffen hier in der Kirche bestanden darin, dass zu Beginn ein kleiner Ausschnitt aus der Bibel in fast 10 Sprachen vorgelesen wurde. Danach gab es einige Minuten der Stille, welche lediglich durch Husten, Räuspern und gelegentlichem Kindergeschrei und Handy klingeln unterbrochen wurde. Der Rest wurde mit Singen von Liedern gefüllt, die meist nur aus einer Strophe bestanden, welche dann Minuten lang wiederholt wurde. Zuerst sagte mir das Alles überhaupt nicht zu, besonders die Ruhephasen auf dem unbequemen Boden, weil ich ja schon genug Stille habe und auch der komische Gesang. Deshalb war für mich eigentlich klar, dass ich am Dienstag weiter gehe, aber dann lernt man die ersten Leute kennen, will mit denen noch etwas machen und ehe man sich versieht hat man sich an das Ganze gewöhnt und findet langsam gefallen, sogar an der Musik. Auf Youtube findet ihr unter “music Taize” o.ä. sicherlich einige Lieder um euch mal ein Bild davon zu machen. Um ehrlich zu sein war ich die gesamte Woche so müde gewesen, dass ich beim Gesang meistens eingeschlafen bin, sodass ich jetzt ein wenig Angst davor habe, dass ich einschlafe sobald ich Musik höre, bzw. ohne Musik überhaupt nicht mehr schlafen kann, aber das wird sich jetzt dann ja zeigen. Solche treffen von je etwa einer halben Stunde fanden dann noch vor dem Mittagessen und dem Abendessen statt. Gegen 10 und 15 Uhr habe ich mich mit einer Kleingruppe getroffen, die aus Leuten aus aller Welt bestand was wirklich spannend war.

Das hat mich auch am Meisten an diesem Ort hier fasziniert, es sind Leute aus aller Welt hier, wenn du über den Platz läufst hörst du Russisch, Koreanisch, Englisch, Deutsch, Französisch, einfach jede Sprache und du siehst so viele Verschiedene Kulturen und alle leben glücklich miteinander. Das war sehr schön zu sehen und hat mich doch sehr beeindruckt, auch dass es ja eigentlich alles gläubige, junge Menschen sind.

Die Teilnehmer von 16-24 werden gebeten bei den täglich anfallenden Aufgaben mitzuhelfen, für mich war das eine willkommene Abwechslung und glücklicherweise wurde mir nicht die Aufgabe Müllsammeln, Spülen oder Bäder putzen, sondern kochen zugeteilt. Wir waren eine Truppe von rund 10 Jungs und haben insgesamt für rund 2500 Leute gekocht. Das war schon verrückt mit welchen Mengen man da kocht! Du nimmst einen Öl Kanister, der dir wahrscheinlich ein ganzes Jahrzent reichen würde und schüttest ihn komplett in einen riesigen Topf, danach nimmst du Müsli Schüsseln mit Salz und anderen Gewürzen um anschließend dann 3 riesen Kisten mit Nudel in den Topf zu schütten… Verrückt! Es hat aber sehr Spaß gemacht und man konnte davon profitieren, dass man sich nicht in der schier endlosen Essensschlange anstellen muss um dann eine Portion zu erhalten, deren Kalorien scheinbar auf den Bedarf eines 14 jährigen Mädchens ausgerechnet ist.

Alles in allem war es echt eine coole Woche und die anfänglich schnell einsetzende midlife crisis, die mich bei dem Anblick von so vielen Jugendlichen  übermannte, haben wir einfach mit dem vorbei schleichen an den Nachtwächtern, welche für Ruhe sorgten, bekämpft. Nach dem erfolgreichen Ausbruch und dem Gefühl dabei wieder 15 zu sein, haben wir dann bei Wein und Käse den doch sehr beeindruckenden Sternenhimmel genossen. Da fühlte man sich dann doch wieder jung!!

Neben den vielen tollen Bekanntschaften und Erlebnissen, nehme ich aber auch leider eine Erkältung mit. Als mein Tag heute mit Nasenbluten begann und ich mich bei größeren Belastungen fast übergeben habe, siegte dann doch die Vernunft über den sportlichen Ehrgeiz und aus der eigentlich geplanten 35 km Tour mit ettlichen Höhenmetern wurden lediglich 15 km und ich habe meine Unterkunft bereits um 9 Uhr erreicht, war auch mal ganz nett so früh Feierabend zu haben.

P.S: Leider habe ich aktuell Probleme mich in meinen WordPress Account für den Blog einzuloggen, daher kann ich die Beiträge nur von der App aus hochladen. Hier ist es aber nicht richtig Möglich Bilder hochzuladen. Ich versuche das aber bald zu fixen :).

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