Müde Füße, müder Lukas

Seit ein paar Tagen machen meine Füße mir zu schaffen, sie ermüden noch vor mir, was echt frustrierend ist, wenn man aufhören muss, obwohl man konditionell und vom Kopf her ja eigentlich noch könnte. Gestern habe ich allerdings nicht aufgrund meines Körpers, sondern aufgrund des Wetters früher Feierabend machen müssen. Bei meiner Mittagspause hat mich ein junger Mann bereits vorgewahnt, dass es Nachmittags regnen solle. Da Regen bei der Hitze hier meist auch mit Blitzen verbunden ist und ich vor meiner Abreise noch einen Film gesehen habe, in dem ein Vater die Asche seines Sohnes verteilte, der auf dem Jakobsweg von einem Blitz erschlagen wurde, wollte ich meinem Dad den Stress ersparen und bin also in dem Ort geblieben, bzw. ich habe die in meinem Buch beschriebene Unterkunft gesucht. Dies gestaltete sich schwieriger als gedacht, weshalb ich ein paar einheimische frug, ob sie wüssten wo das sei. Sie wussten es nicht, waren aber sehr hilfsbereit und haben mich gleich in ihr Haus gebeten. Sie kamen aus Lyon und haben eine Ferienwohnung hier, mit einem Atemberaubenden Ausblick. Nachdem sie mehrfach vergeblich bei den verschiedensten Unterkünften angerufen haben, boten sie mir kurzerhand sogar an bei ihnen schlafen zu dürfen. Es meldete sich dann aber doch noch jemand zurück und ich hatte meine Unterkunft für diese Nacht gefunden, statt 37,50€ für ein Übernachtung mit Frühstück, habe ich lediglich 30€ zahlen müssen und dass auch noch mit Abendessen. Dieser Abend war für mich wie eine Nacht im Himmel! Das Zimmer und Bad waren riesig und ich habe erst einmal eine knappe Stunde die Dusche wohl beste Dusche meines Lebens genossen. Danach wurde sich dann mit einem echten Handtuch abgetrockent, kein schnelltrocknendes, welches sich einfach nur ekelig anfühlt und mittlerweile trotz waschens so stinkt, dass man sich ernsthaft überlegt nicht einfach eine halbe Stunde in der Dusche stehen zu bleiben und sich Lufttrocknen zu lassen. Zum Abendessen gab es den wohl besten Kartoffelpuffer mit Spiegelei, den ich je gegessen habe! Danach ging es in das wohl bequemste Doppelbett, in dem ich je lag! Alles in allem habe ich meinen Aufenthalt dort sehr genossen und wäre in dem Moment dort gerne für den Rest meines Lebens geblieben. Ich hoffe bald mal wieder W-Lan zu haben um Bilder hochladen zu können, damit ihr einen Einblick in meinem Himmel auf Erden kriegen könnt :).

Heute lief es soweit gut, auch wenn meine Füße mir immer noch zu schaffen machen und das obwohl ich heute extra mal wieder auf die alten Schuhe umgestiegen bin. Nach rund 35 km habe ich meinen Campingplatz erreicht und bin nun absolut geschafft, weshalb ich den Beitrag für heute nun auch beende, mein Zelt gleich aufbaue und früh schlafen gehe. Hasta la vista!

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2 Responses to “Müde Füße, müder Lukas

  • Hallo Lukas,
    exakt im gleichen Zimmer habe ich am 15. Juni 2015 auf meinem Weg nach Puy übernachtet.
    … echt der pure Luxus und die Köchkünste der Hausherrin unbeschreiblich…!

    Buon Camino,
    Heiko

  • Hallo Lukas

    Danke für deine Berichte. Mir kommen da zum Stichwort “stinkende Mikrofasertücher” ein paar Gedanken.

    Gleich eines vorweg: Ich glaube, auch ein schönes, angenehmes Badetuch aus Baumwolle würde mit der Zeit ganz schön unangenehm zu stinken anfangen, wenn man es nur selten mal richtig in der Waschmaschine waschen kann.
    Auf meinem Jakobsweg von der Schweiz bis Fisterra/Muxía letztes Jahr hatte ich ein kleines Mikrofasertuch (30x60cm) dabei. Wenn ich mir dann mal zwischendurch eine bessere Unterkunft geleistet habe, war das grosse Badetuch aus Baumwolle für mich jedesmal eine wunderbare Wohltat für Körper und Seele, die ich jeweils sehr genossen habe.
    Gestunken hat mein Mikrofasertuch (Sea-to-Summit Dry Lite XS, wobei die Marke vermutlich keine Rolle spielt) auf der ganzen Reise nie. Ich hatte mir aber schon bald angewöhnt, das Tuch unmittelbar nach jedem Gebrauch mit etwas Duschmittel auszuwaschen. Da es schnell trocknet, musste ich es eigentlich nie feucht einpacken respektive konnte es auf dem Rucksack an der Sonne trocknen. In Spanien, wo es dann im Dezember feuchter und auch kalt wurde, habe ich einfach auf die morgendliche Dusche verzichtet. Fazit: Das Duschtuch hat auf der ganzen Reise nie unangenehm zu riechen begonnen. Es duftete entweder leicht nach Duschmittel oder zumindest neutral.
    Probier das doch mal aus. Eventuell ist deines ja noch zu retten. Und falls nicht, so würde ich dir dieses Vorgehen für dein nächstes Duschtuch empfehlen.

    Viel Energie und Offenheit weiterhin für deinen Weg.

    LG, Michael

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