Heute sinkt für Sie – Die Motivation

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Eigentlich wollte ich mich heute betrinken und darüber grübeln, warum ich das ganze hier eigentlich tuh, aber ich mache es nicht – warum? Weil es hier im kleinen (wunderschönen) Conques weder Supermarkt noch Bank gibt und das Bier im Restaurant 5 Euro kostet, ich aber nur noch 2,93 Euro habe. Aber Spaß bei Seite, ich lebe gerade im Zwispalt. Einerseits genieße ich es absolut, was ich gerade mache, ich sehe wunderschöne Landschaften, Städte und Dörfer und lerne sehr viele interessante und nette Menschen kennen. Andererseits bin ich aber einfach nur erschöpft und müde und der Gedanke von zwei Wochen Pauschalurlaub, der zuvor nach Horror für mich klang, erscheint mir mittlerweile als Paradis auf Erden. Die Vorstellung am Strand zu liegen mit einem Cocktail in der Hand schleicht sich vermehrt in meinen Kopf. Besonders wenn meine Füße mal wieder schmerzen, ich eigentlich gar nicht mehr weiter möchte und genau weiß, dass mir heute noch weitere 20 km bevorstehen. Ich finde es schade, dass ich das ganze Projekt aktuell nicht wirklich genießen kann, da mein Körper wirklich erschöpft zu sein scheint. Es ist noch nicht einmal ein Konditionelles Problem, ich glaube sportlich gesehen sollte ich in der Zwischenzeit keine Probleme mehr haben, vielmehr scheine ich momentan mit der Gesamtsituation überfordert zu sein. Ich bin jetzt über 90 Tage unterwegs, habe bereits 1500 km zurück gelegt und weiß genau, dass mir das Selbe noch einmal bevor steht. Das einzig Gute ist, dass ich das Ganze ohnehin durchziehen werde und die Option aufzuhören gar nicht erst im Raum steht. Ich glaube, wenn ein paar Leute mal wieder etwas spenden würden, wäre ich auch wieder motivierter *HustHust* (Wink mit dem Zaunpfal). Aber im Ernst, ich motiviere mich damit, dass ich in drei Wochen Spanien erreichen werde, das wird in etwa die Mitte (von der Distanz gesehen) des Spendenlaufes sein, was meint ihr, schaffen wir bis dahin den Brunnen finanziert zu haben? Ich weiß den aktuellen Spendenstand nicht genau, aber es werden denke ich noch etwas über 1000 Euro sein, das sollte doch machbar sein! Nachdem der erste Brunnen finanziert ist, werde ich neben einen zweiten Brunnen noch ein weiteres, eigenes Herzensprojekt hinzufügen, aber dazu mehr, wenn es so weit ist. Ich höre mir heute Abend noch ein Konzert hier in der Kirche an und werde meine Freizeit heute vesuchen zu genießen! Bei dem Ausblick, den ich gerade beim Schreiben habe nicht allzu schwer. Den Weg den man da leicht sehen kann, werde ich übrigens morgen glaube ich laufen, darauf freue ich mich schon! :)

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2 Responses to “Heute sinkt für Sie – Die Motivation

  • Ja, da bist du an einem schönen Flecken Erde gelandet. Conques ist im meinen Augen das schönste Dorf, das ich kenne. Ich bin dort bereits dreimal angekommen; der Ort wurde nur jedes Mal noch schöner!

    Ich könnte mir vorstellen, dass du – wenn auch gut trainiert – eben doch auch körperlich müde bist. Dazu kommt, so denke ich, die mentale Müdigkeit: Irgendwann ist die Aufnahmekapazität erschöpft und die tägliche Routine verliert ein Stück weit ihren Reiz.

    Bei mir wurde es erstmals nach gut 1’000km mit dem Übergang über die Pyrenäen schwierig. Nach einer sehr schönen Zeit von zuhause bis nach Saint-Jean-Pied-de-Port und mental ziemlich müde (wenn auch sehr zufrieden!) betrat ich ein Land, dessen Sprache ich nicht kann, kam auf einen Schlag vom Sommer in den Winter, von einer interessanten Landschaft in eine triste, in meinen Augen damals ziemlich öde Landschaft. Innerlich habe ich da etwa 500km lang quasi abgehängt. Es hat mir irgendwie gereicht. Zudem hatte ich Mühe, nach den eher einsamen, friedlichen Etappen in Frankreich plötzlich von zahlreichen, (nach meinem Geschmack zu) gut gelaunten Pilgern umgeben zu sein, deren manchmal überlaute Begeisterung ich nicht teilen konnte und deren Rhythmus und Dynamik mir fremd war.

    Du stehst an einem ganz anderen Ort. Aber was ich sagen will: Es ist wohl kaum möglich, eine so lange Strecke ganz ohne Abnützungserscheinungen, Müdigkeit und vielen anderen inneren Umwälzungen zurückzulegen. Vielleicht gönnst du dir mal wieder eine Pause, einen Rhythmuswechsel. Vielleicht gelingt es dir, im langen Unterwegssein eine andere Seite, neue Aspekte zu entdecken. Du wirst bestimmt wieder neue Motivation finden. Und wo sie noch auf sich warten lässt, ist auch “gemächliches Vor-sich-hin-Trotten” erlaubt. ;)

  • Hallo Lukas
    welch ein schöner Ausblick. genieße Ihn und schöpf Kraft daraus.
    Bei den Ausblick werde ich richtig neidisch.
    Außer dem glaube ich das dein Spendenlauf ein voller Erfolg werden wird !!!

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