Heike, Ponny Nele & 810 Tonnen, die ich am Tag anhebe.

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Irmgard und Christl sind immer noch bei mir. Auch wenn ich teilweise schneller und weiter gehen könnte, habe ich mich dazu entschlossen sie bis nach Toul zu begleiten. Das “kostet” mich zwar 1-2 Tage, allerdings nehme ich dies doch sehr gerne in Kauf, wenn ich überlege, dass ich die nächsten Wochen höchstwahrscheinlich wieder alleine weiter stiefel und mich erst einmal nicht mehr unterhalten kann. Meine Beine machen mittlerweile auch wieder gut mit und konditionell komme ich echt gut klar! Bei der Hitze haben wir häufig unsere Wasserflaschen auffüllen müssen, wodurch mir erneut bewusst geworden ist, wie wichtig es doch ist Zugang zu sauberem Wasser zu haben! Selbst ohne Französisch haben die Mädels es geschafft Wasser zu bekommen, aber was ist, wenn es einfach kein Wasser aus der Leitung gibt? Was macht man, wenn man keine andere Wahl hat, als Kilometer weit für verunreinigtes Wasser zu laufen? Man kann nur darauf hoffen, dass es ein paar großzügige Leute gibt wie euch, die mit 7,50 € einer Person in Afrika den Zugang zu einem Brunnen ermöglichen – vielen Dank noch einmal an dieser Stelle!

Nachdem wir gestern keine Unterkunft für heute gefunden hatten, war die Luft ein wenig raus und die Mädels wollten schon eine Strecke mit dem Zug fahren. Zum Glück hatte ich gestern noch eine Unterkunft dank Google Maps gefunden, bei der wir dann heute morgen angerufen und noch ein Plätzchen für uns gefunden haben. Insgesamt sind wir heute 20 km gelaufen und meine Begleiterinnen kamen besser zurecht als gedacht. In Dieulouard, 3 km vor unserem Endziel Belleville haben wir Heike und nele kennengelernt. Heike ist eine 52 Jährige Pilgerin aus dem Schwarzwald, die ebenfalls auf dem Weg nach Santiago ist, sie kann aber nur maximal 15 km am Tag laufen, das liegt an ihrer 7 jährigen Begleiterin Nele – ein Ponny! Ja richtig gelesen, sie läuft mit ihrem Ponny nach Santiago. Auf die Frage wie sie zurück kommt, konnte sie selber keine richtige Antwort geben. Vielleicht findet sie eine Möglichkeit oder sie läuft dann halt wieder zurück. Ich hoffe nur, dass ich Nele nicht irgendwann in meiner Lasagne habe. Kurz nach dieser Begegnung habe ich dann noch bei der Post ein Paket aufgegeben. Die Mädels haben mich davon überzeugt, dass es besser ist den Gaskocher und Topf Heim zu schicken. Da ich mich ohnehin haupsächlich von Baguette und Käse ernähre, habe ich ihnen beigepflichtet und mal nachgerechnet. Wenn ich 30 km am Tag laufe (bei einer Schrittlänge von 0,74 m) und mit einem Schritt mein Gepäck rund 10 cm anhebe, dann habe ich am Ende des Tages bei einem 20 Kg Rucksack 810 Tonnen um 10 cm angehoben!! Also habe ich meinen Rucksack noch einmal um 3 Kg erleichtert und damit am Ende des Tages 121 Tonnen gespart – Läuft bei mir.

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