Gruppendynamiken

Seit Le Puy hat sich meine Reise komplett geändert, was wirklich eine willkommene Abwechslung ist. Es entwickelt sich eine richtige Gruppendynamik, was amazng ist. Die letzten zwei Tage bin ich mit Rapha gelaufen, heute kam Flo und Igor aus Le Puy noch hinzu und außerdem waren noch Julien, Pascal und Lusi aus Frankreich mit dabei. Pascal zum Beispiel ist 62, sieht aus wie 40 und läuft wie ein 20 Jähriger auf Speed. Er lebt in einem Auto und auch hier auf dem Weg  schläft er nur draußen und trinkt Kaffee. Das heißt nicht, dass er kein Geld hat, er spart es lediglich und hat damit seinen Kindern jeweils eine Wohnung bezahlt. Mittlerweile sind es aber viel zu viele Bekanntschaften und viel zu viele interessante Geschichten, um sie hier alle aufzuzählen. Das Leben auf dem Jakobsweg ist wie ein Parrallelleben. Du siehst jemanden mit Rucksack, sprichst ihn sofort an, bist sofort per du und redest über Themen, die du sonst höchstens deinen besten Freunden anvertraust, weil du weißt, dass du die Person nie wieder siehst. Glücklicherweiße können Lusi und Julien Englisch, sodass die 4 Franzosen, 2 Deutsche und 2 Schweizer alle Englisch als offizielle Gruppensprache sprechen, was dazu führt das meine Gedanken ein Mischmasch aus Deutsch Englisch und Französisch ist, was in etwa sounds comme ca. Es macht wirklich sehr Spaß in der Gruppe und auch immer wieder neue Leute zu treffen oder alte Bekannte wiederzusehen ist einfach nur genial! Wie heute habe ich die Frau wieder gesehen, mit der ich nach Taize eigentlich laufen wollte, die ich aufgrund gesundheitlicher Probleme aber aus den Augen verloren habe. Heute ist unsere Gruppe 40 Km gelaufen und ich war nach 30 bereits tod! Das heißt für mich, dass ich mich morgen vermutlich von den anderen trennen werde, da sie 30 km laufen möchten und ich eine Stadt in 17 km anpeile. Aber wie ich mittlerweile gelernt habe, trifft man sich immer wieder und vermutich werde ich morgen die Beiden der Gruppe treffen, die vor 10 km bereits ein Gite (eine Unterkunft) genommen haben. Ich bin jetzt jedenfalls tod und rot (von der Sonne) und freue mich nun einfach nur auf den erholsamen Schlaf.

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