Erfahrungsbericht meines ersten Wegbegleiters

Experience Report of my first companion

My name is Alex. As some of you may know, I was on the road with Lukas for a few days. We know our walk behavior pretty well because we already traveled together for one month in Ireland. I joined him in Ingelheim and we walked together up to Simmern. To be honest I wanted to escape from the everyday life and because I am spontaneous I took some days off from work and packed by backpack. To walk several kilometers every day didn’t sound like lots of fun, so I decided to bring my longboard as a handcart replacement and attach it to my backpack. After my arrival in Ingelheim we started pretty fast toward the first stage destination. After the halftime I realized that I forgot my blistering plaster. In spite of everything I noticed how fast I got used to the situation and actually enjoyed the time. The entire time with Lukas, on the way to our first accommodation, waiting in front of the grocery store with the backpacks while he was buying our dinner, on the campground while building our tent or while walking through the forest in the pouring rain, I realized how insignificant some things have become. During this time you just stop thinking about your phone, if it ring, if someone sends you a WhatsApp message or updated him/her Facebook status, if someone posted on Twitter or even if someone called you. Even if it was raining you don’t think about your warm cozy home and how bad you would like to be at home now. No, instead you worry about your camping mat and hope it doesn’t get too wet. All the everyday details that annoyed me suddenly limited to a minimum. The only thought I had where to sleep, what to eat and where I can get my after work beer. You learn to appreciate your pizza which you order at your favorite pizzeria, your beer from the freezer, the TV series which you watch every evening and your bed if you work for it and walk the entire day into the unknown, if you don’t know where the path leads you and if you don’t know where you will be sleeping. In this short time I realized that you don’t need a whole year to take a break. Not even 6 months or one month. It’s already enough if you take a few days of weeks off it in regular gaps to escape from the daily routine. For me it doesn’t mean to go on vacation and spend the time in the sun and just relax. Of course relaxing is nice and everyone needs it from time to time but you learn to appreciate all the details which our days offer us only if you really travel and go on adventures.


 

Wie ein paar der Leser hier ja bereits mitbekommen haben, war ich, Alex, ein paar Tage mit Lukas durch die Weinreben am Rhein unterwegs. Wir waren bereits zusammen für etwa einen Monat in Irland unterwegs und kennen unser Laufverhalten deswegen doch ganz gut. Ich bin in Ingelheim zu ihm gestoßen und war dann bis Simmern mit von der Partie.

Im Grunde wollte ich an diesen Tagen einfach nur ein wenig raus aus dem Alltagstrott und habe mir deswegen recht spontan Urlaub genommen und meinen Rucksack gepackt. Weil ich wusste, dass spontan einfach mal mehrere Kilometer am Tag laufen doch etwas weniger spaßig werden kann, kam auch mein Longboard, als treuer Bollerwagenersatz, mit an den Rucksack.

Nach meiner Ankunft in Ingelheim ging es dann auch recht zügig los zum ersten Etappen-Ziel und ich merkte bereits nach nur der Hälfte der Zeit, dass ich meine Blasenpflaster vergessen hatte. Trotz dessen merkte ich auch wie schnell man sich an die Situation anpasst und viel genügsamer wird.
Über die ganze Zeit die ich mit Lukas unterwegs war, ob nun auf dem Weg zur ersten Unterkunft, ob beim vor dem Netto mit den Rucksäcken warten, während er unser Abendessen einkauft, ob nun auf dem Camping-Platz beim Zeltaufbau oder aber bei strömendem Regen auf dem Weg durch einen Wald, merke ich jetzt im Nachhinein, was doch alles unbedeutend wurde.

Man hat nicht mehr mitbekommen, wenn das Handy vibriert hat, weil irgendjemand in einer WhatsApp-Gruppe gepostet hat oder seinen Status bei Facebook aktualisiert hat, ob jemand bei Twitter gepostet hat oder man tatsächlich sogar angerufen wurde. Regnete es, dachte man nicht daran, dass man lieber zu Hause im Trockenen sein möchte, sondern hat sich eher darum gesorgt, dass die Isomatte sich zu sehr mit Wasser aufsaugt.
All das was mich sonst so an Kleinigkeiten im Alltag stört wurde auf ein Minimum beschränkt und hat sich nur noch darauf bezogen, wo ich schlafe, was ich esse und wo ich mein Feierabendbier herbekomme.

In meinen Augen lernt man die Pizza, die man sich abends beim Italiener bestellt und das Bier, dass aus dem Kühlschrank kommt, die Fernsehserie die man sich Abends ansieht und das Bett in dem man schläft erst wirklich zu schätzen, wenn man dafür arbeitet und den ganzen Tag ins Ungewisse läuft, wenn man nicht weiß, wo einen der Weg hin führt und man nicht weiß wo der Schlafplatz sein wird.

In dieser doch recht kurzen Zeit, habe ich letztendlich festgestellt, dass man sich nicht unbedingt ein ganzes Jahr diese Auszeit gönnen muss. Auch kein halbes und keinen Monat, in regelmäßigen Abständen reicht es tatsächlich sich einfach mal eine oder zwei Wochen frei zu nehmen und dem Alltag zu entfliehen. Dies bedeutet für mich persönlich nicht in den Urlaub zu fahren und die Zeit über in der Sonne zu liegen, klar entspannen tut es einen trotzdem, doch lernt man erst beim echten Reisen die ganzen kleinen Feinheiten, die einem unser Alltag so bietet, zu schätzen.

One Response to “Erfahrungsbericht meines ersten Wegbegleiters

  • Schöner Beitrag! Interessant mal was aus einer Begleiterperspektive zu hören. :-)

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