Endlich mal wieder ein Touritag

Gestern ging es von Conques aus weiter nach Decazeville, was eine humane Tagesetappe von 20 km darstellte. Das Laufen fiel mir Gott sei Dank nicht mehr so schwer wie die Tage zuvor, das Einzige was mich geärgert hat, war dass der Jakobsweg nicht an der Straße lang ging, die ich am Tag zuvor bereits gesehen hatte und in die ich mich sofort verliebt habe. Sie ging direkt im Berg am Hang zwischen den ganzen Bäumen entlang mit herlichem Blick auf Conques. Aber das war nicht sonderlich dramatisch und ich konnte schnell darüber hinweg sehen. Wie ich es ir in den letzten Tagen angewöhnt habe, bin ich auch dieses Mal wieder spät am Morgen erst gestartet. Das mache ich so, seitdem ich meine Tagesdistanzen ein wenig runter geschraubt habe, da man seit Le Puy eigentlich immer mehr oder weniger in Gruppen läuft. Jeder hat in etwa die gleichen Tagesetappen und so sieht man auf dem Weg und Abends in den Unterkünften immer die alten, bekannten Gesichter. Da ich in der Gruppe, mit der ich laufe, seitdem ich Rapha und die anderen verlassen habe, tendentiell eher wesentlich schneller bin, starte ich also später, um unterwegs dann noch Leute zu treffen und nicht vorne weg zu laufen.

Als ich heute gegen 10 Uhr von Decazeville aufgebrochen bin um nach Figeac zu laufen, kam mir Daniel (oder David) direkt entgegen, er ist Franzose und spricht kein bisschen Englisch, ich habe ihn zusammen mit Michael, einen Holländer, der Französisch Englisch und ein wenig Deutsch sprich, kurz vor Senergues getroffen. Wir sind heute den gesamten Tag zusammen gelaufen und konnten uns sogar unterhalten… mehr oder weniger … Er hat mir etwas auf französiscch erzählt, was ich mal mehr und mal weniger gut verstanden habe und ich habe Witze gemacht, wie etwa: “Er macht viel Brum brum, aber er ist nicht schnell, wir sind mehr schnell als er!” wenn wir von einem Moped überholt wurden. Alles in allem liefen die knapp 30 km heute ganz gut, vorallem das Mittagsschläfchen tat gut! Ich habe heute erfahren, dass wir in der Nähe von Rocamadour sind, eine Stadt die wohl in Stein gehauen wurde oder so, auf jeden Fall soll es sehr schön ein. Nach Figeac hat man nun also die Option zwischen drei Wegen zu wählen. Meine Entscheidung ist nun so gefallen, dass ich nicht nach Rocamadour laufe, sondern morgen einen Zug dahin nehmen werde und übermorgen dann von Figeac weiter gehe. Ich freue mich schon auf den Touritag morgen (ohne Rucksack!!) und gehe nun schlafen. Der Beitrag heute kam übrigens so spät, weil wir alle zusammen noch zu Abend gegessen haben und ich nicht unhöflich sein wollte ;).

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