Die Tage des alleine Laufens sind gezählt!

Am Freitag bin ich aufgewacht und habe mich spontan dazu entschlossen nicht in zwei Tagen den Jakobsweg nach Le Puy zu wählen, sondern über die Landstraße zu gehen und so etwa 8 km zu sparen und Le Puy bereits nach 37 km an einem Tag zu erreichen. Mittlerweile ist es echt angenehm abgekühlt und ich kann bei knapp 30 Grad und häufig auch Wolken laufen, was eine willkommene Abwechslung ist! Le Puy habe ich nach rund 10 Stunden inklusive Pausen so gegen 17 Uhr erreicht.

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Ich war komplett fertig, kam auf mein Zimmer in einer Jugendherberge an und habe Igor ein Russlanddeutschen, der aktuell in der Schweiz lebt angetroffen. Anstatt also meine Ruhe zu haben, wollte er direkt so ziemlich jedes Thema ausdiskutieren, zum Glück kam aber noch Flo aus Berlin rein und meinte er macht noch Abendessen und das ich was abhaben könne, also weg von den unnötig anstrengenden Diskussionen, rein in die Dusche und dann schnell zum Essen. In der Gemeinschaftsküche der Jugendherberge habe ich, wie sich später rausstellen sollte Raffael, den vierten auf unserem Zimmer, gesehen. Rafael kommt aus der Schweiz, ist 31 und hat gerade seinen Job gekündigt, er hat eine änliche Lebenseinstellung und Ansichten zum Leben und da er nicht glücklich in seinem Job gewesen ist, hat er den schwerwiegenden Entschluss gefasst zu kündigen. Gemeinsam ging es abends dann noch in die Stadt was trinken und am nächsten Tag habe ich mich von Flo und Igor verabschiedet, die gegen Morgen, bzw. Mittag los sind. Raffa und ich haben ein wenig Sightseeing gemacht, ich war noch beim Friseur, was mehr als nötig gewesen ist und beim Besuchen einer Kirche mitten auf einem Berg (Bilder folgen) hat ihn sein Dad überrascht, indem er unangekündigt hinter ihm stand. Gemeinsam haben wir dann noch etwas gegessen und gegen 17 Uhr getrennt, sein Dad mit Freundin blieb noch eine Nacht und wir sind für 10-15 km weiter gezogen. Raffa macht es üblicherweise so, dass er bis es dunkel wird läuft und dann einfach irgendwo unter freiem Himmel schläft. Da ich eher früh los laufe, wenig Pausen mache und dann Nachmittags bereits ein am Morgen gesetztes Ziel erreiche, wollte ich seine Variante auch mal testen. Also Matratze aufgeblasen, Schlafsack raus, thats it. Schon entspannt so ohne Zelt auf und abbauen. Es war genial wenn man in der Nacht kurz wach wurde und dann den unglaublich klaren Sternenhimmel gesehen hat oder morgens denn Sonnenaufgang mit einem komplett in rot getauchten Himmel!

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Gegen 9 rum sind wir heute dann aufgebrochen und hatten eigentlich ein änliches Tempo und ständig gute und witzige Gesprächsthemen, was wirklich spaß gemacht hat beim Laufen! Seit Le Puy geht es jetzt los, das man Pilger wiedertrifft, die man unterwegs schon einmal getroffen hat oder Geschichten von einem Pilger hört, wo sich hinterher rausstellt, dass man den auch schon getroffen hat. Das macht die ganze Sache irgenwie echt noch einmal interessanter und auch die Infrastruktur ist mittlerweile komplett auf Pilger ausgelegt, was die Nahrungssuche doch immens erleichtert! Am Abend haben wir unsere Jugendherberge erericht, ich konnte endlich meine Wäsche mal wieder in einer Maschine waschen und es gab noch ein ausgiebiges Abendessen. Flo haben wir hier auch wiedergetroffen und jetzt mache ich Schluss, weil die Anderen schon beim Bierchen trinken sind. In dem Sinne bon nuit mes amis!

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