Bruchköbel, das neue Barcelona?

Die letzten beiden Tage habe ich mich so langsam an das südeuropäische Klima gewöhnen können. Auch wenn ein Thermometer mir heute zeigte, dass es nur 14 Grad waren, was mich doch sehr gewundert hat! Allerdings war das auch um 34 Uhr, vielleicht lag es ja daran. Meine Glatze kann ich mir mittlerweile nicht mehr eincremen, da die Haare wieder zu lang geworden sind. Die Haare sind zu meinem Zeitmesser geworden, da man sonst komplett das Zeitgefühl verliert. Beginnen sie an den Seiten abzustehen, weiß ich zum einen, dass ich sie mir bald wieder schneiden lassen muss. Zum anderen kann ich daran abmessen, dass schon wieder rund 10 Tage vorbei sind.

Aber zurück zum Wetter, gestern habe ich bei meiner Mittagspause erst einmal ein wenig etwas gegen die T-Shirt bräune getan. Es hieß Rucksack runter, Semmeln rein, T-Shirt aus und schön eine Siesta gemacht. Nachdem ich im Anschluss gute 2-3 Stunden in der brutzelnden Hitze weitergelaufen bin, habe ich mir zu meiner grandiosen Idee mich in die Sonne und nicht in den Schatten zu legen gratuliert. Ich konnte quasi zu sehen, wie sich meine Haut trotz Lichtschutzfaktor 50 so langsam aber sicher rot färbte. Aber wie war das “Indianerherz kennt kein Schmerz” und eine Rothaut bin ich ja durch und durch. Fix und fertig und voller Erleichterung habe ich dann meinen rausgesuchten Campingplatz erreicht, allerdings war das ein Campingplatz für Häuschen. Ja richtig gehört, so etwas gibt es scheinbar, ein Campingplatz wie mit Wohnmobilen und Zelten, nur eben komplett voll mit kleinen Hüttchen. Schön für die Leute, die daran ihren Spaß haben, schlecht für mich. Mit letzter Kraft habe ich dann das Bürgerbüro erreicht und die haben mir dann ein Plätzchen für mein Zelt vermittelt, ich durfte es bei einem SurfShop aufschlagen.

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“Hast du gehört was der heute machen will?”
“Ne, was´n?”
“Der will heute bis nach Frankfurt laufen!”
“Wat, spinnt der? Naja, soll er mal machen, aber ohne uns…”
“hahahahahaha”
“ahahahahahah”

So oder so ähnlich wird der Dialog heute Morgen zwischen meinen Beinen geklungen haben. Denn mein ambitioniertes Ziel heute Frankfurt zu erreichen wurde recht schnell durch das knapp 10 km weniger weit entfernte Maintal ersetzt. Aber selbst das habe ich nicht erreicht und so bin ich heute in Bruchköbel angekommen. Die Hitze war heut weniger das Problem als meine Beine, denn die wollten überhaupt nicht so, wie ich das wollte. Ein permanenter Schmerz im linken Bein führte dazu, dass ich statt der normalen rund 5 km/h heute bestimmt nur 2 km/h gemacht habe. Klingt nach keinen großen Unterschied? Bei 15 km macht das aber mal den Unterschied zwischen 3 oder 7,5 Stunden! Die letzten Kilometer waren eine pure Qual und sogar eine Träne ist mir vor Schmerzen runtergekullert. Okay es war nur ein Schweißtropfen aber mich hätte es nicht gewundert, wenn es eine Träne gewesen wäre. ABER ich habe von meinen Großeltern gelernt mich nicht zu beklagen, also sagen wir es mal so. Mein Rücken macht null Probleme und die Füße sind auch noch dran. Gut, Fußmodell kann ich jetzt nicht mehr werden, aber das stand eh nicht so weit oben auf meiner Jobliste. Mal abwarten, was der Onkel Doktor morgen sagt, aber Frankfurt will ich schon noch die Woche erreichen!

6 Responses to “Bruchköbel, das neue Barcelona?

  • ferdinand ooms
    3 Jahre ago

    Hallo Lucas, Here Ferdinand on the dreirad liegerad. Like i can read on your blog, you are doing very well. I am now in Bad Feilnbach and i had to take a day of rest because of the bad wether. Iwish you all the best and goodluck. Ferdinand

    • lukesletter
      3 Jahre ago

      Hi Ferdinand! Sorry for the late answer, yeah I´m doing fine, how about you? Everything okay or did you have an flat tire or so? I´m now in Simmern, maybe we see us in France again :).

  • Die ersten Tage oder vielmehr Wochen klingen echt hart, aber wie man liest, lässt du dich ja nicht unterkriegen :) drücke die Daumen, dass dein Körper sich bald daran gewöhnt und bin gespannt, wie lange das letztlich dauern wird.
    Viel Durchhaltevermögen für den nächsten Tag, Maintal ist morgen ja sicher drin :)

    • lukesletter
      3 Jahre ago

      Hallo Sabine,
      alle Anfang ist ja bekanntlich schwer und da ich vor meine Reise nicht dafür trainiert habe, dauert die Gewöhnung entsprechend ein wenig länger ;). Vielen Dank, ich bin bisher eigentlich ziemlich zufrieden, wie es läuft :)
      Liebe Grüße
      Lukas

  • Hör auf Deinen Körper und mach langsam. Das ist ja kein Wettrennen, an dem Du da teilnimmst! :D

    • lukesletter
      3 Jahre ago

      Ganz genau und beim Marathon sprintet man ja auch nicht in den ersten Minuten schon ;)

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