Frust, Freude, Fitz & 6 Blasen in 6 Stunden!

Gestern war ein klassischer Montag! Er begann mit der wohl beliebtesten Funktion meines Handys – der Snooze Funktion. Gegen 12 Uhr bin ich dann aber tatsächlich in Mainz aufgebrochen. Auf der einen Seite war ich schon froh endlich weiterzuziehen, auf der anderen war es wieder eine ganz schöne Umstellung. Der ganze Tag verlief irgendwie nicht so reibungslos. Ich habe mich ettliche Male verlaufen und bin viele Umwege gegangen. Der Jakobsmuschel folge ich nur noch sporatisch. Da sie mich schon so oft verarscht hat, bin ich dazu übergegangen meinen eigenen Weg zu den Tageszielen zu finden. Dies klappt größtenteils echt gut, nur führte es dazu, dass ich die letzten paar Kilometer vor meinem Ziel auf einer Landstraße gehen musste. Zum Glück war die aber nicht so stark befahren. Als es dann zum Schluss auch noch ganz klischeehaft anfing zu regnen, musste ich an meine alte Deutschlehrerin Frau Jäger denken, die mir damals erklären wollte, dass Regen ein stilistisches Mittel sei um die Stimmung zu verdeutlichen. Jetzt weiß ich, was sie gemeint hat. Die zig vergeblichen Anrufe für eine Unterkunft waren dabei nur die obligatorische Kirsche auf dem Hundehaufen. Glücklicherweise habe ich dann aber doch noch ein Dach über den Kopf bekommen.

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Heute fing der Tag gleich viel besser an! Um 12 Uhr habe ich meinen Freund Alex, alias Fitz vom Ingelheimer Bahnhof abgeholt. Bei seiner Ankunft fiel mir sofort ein Utensil auf, das ich auch gut hätte gebrauchen können. Auf den flachen Passagen hat der Sack sich einfach mal auf sein Longboard gestellt und ist ganz gechillt mit zwei mal Schwung holen gut zehn, zwanzig Meter vorangekommen.

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Die Gegend, in der wir heute gelaufen sind, hat schon einmal einen schönen Eindruck davon gegeben, wie es etwa in Frankreich sein wird. Hier ist alles voll mit Weinbergen, durch die wir gestiefelt sind. Nur leider sind die Trauben noch nicht reif, bzw. es sind noch nicht mal welche zu sehen. Es ging heute zum ersten Mal auf meiner Strecke ordentlich Bergauf und entsprechend auch wieder runter. Das war zwar mega anstregend, aber echt eine willkommene Abwechslung. Nur im Gegensatz zum Fahrradfahren, kann man sich beim Wandern nicht auf die Abfahrt freuen, da die fast genauso anstrengend ist, wie das hoch kommen. Alles in allem war das bisher die schönste Strecke auf meiner Reise!

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Der gesamte Tag war allerdings echt Kräfte zehrend, sodass die letzten 4 Kilometer nur noch darin bestanden, dass wir uns auf die Ankunft gefreut haben. Die JugendherBERGe, die wir spontan dem Zeltplatz vorgezogen haben, hatte ihren Namen alle Ehre gemacht. Sie befindet sich auf gefühlten 1000 Meter Höhe, mit einer mega Aussicht über Bingen, unseren Ankunftsziel für heute. Von hier aus senden wir euch auch herzlichste Grüße. Wir trinken jetzt unser Feierabendbierchen, Alex verarztet noch seine 6 Blasen von 6 Stunden laufen (!) und dann geht´s ins Heiabettchen um morgen wieder fit zu sein. Ich hoffe nur, das Fitz seinen Blasen-pro-Stunde-Schnitt nicht beibehält sondern um 5-6 Blasen senken kann! Ich erspare euch ein Bild von seinen Füßen und beende den Beitrag mit einem schönen Selfie aus der Herberge. Adios Muchachos!

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