Fix und Fertig + Mathe in real life = Tag 2

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Wer behauptet, Joga sei anspruchsvoll, den möchte ich einmal sehen, wie er als 185 cm Mann in einem etwa 80 cm hohem Zelt einen Rucksack packt! Klingt nicht nur nach einem Elefanten im Porzelan Laden, es sah auch so aus. Nach einer sau kalten Nacht, war ich froh, mich endlich wieder bewegen zu können und mich aufzuwärmen. Gegen 7:3o Uhr bin ich aufgewacht und habe mir in Ruhe meine Zähne geputzt und den “Meerblick” genossen. Danach stand mir das Schlimmste bevor, nein, nicht das Laufen, mein Zeug zusammen packen. Die Wiese war noch nass vom Morgentau, sodass ich Gazelle in meinem riesigen Zelt meine Sachen zusammenpacken musste. Nach nur lächerlichen 2 Stunden habe ich es dann endlich geschafft. Ich beginne auch schon die erste Lektion der Reise zu lernen – Geduld! Noch ist sie nicht so ausgeprägt, gemessen an der Anzahl an Flüchen, die ich beim Packen ausgesprochen habe, aber am Geduld üben werde ich wohl nicht vorbei kommen.

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Eine Freundin brachte mir nach meinem 2 Stunden Warm-Up dann freundlicherweise eine kleines Frühstück mit, sodass ich frisch gestärkt losgehen konnte. Leider fehlten mir beim Packen zum Schluss jegliche Nerven, weshalb ich vieles einfach außen an den Rucksack befestigt habe. Dadurch zog der Rucksack ein wenig nach hinten und wie sich später rausstellen sollte, war er auch nicht richtig eingestellt. Ich fand auch über den gesamten Tag verteilt nicht die richtige Einstellung. Mein Rücken und sogar meine Füße haben mir davon abends ausgiebig berichtet. So langsam fing ich heute an mir über ein paar Themen Gedanken zu machen, aber das hielt sich noch in Grenzen. Die ersten Tage in der alt bekannten Heimat ziehen sich einfach nur hin, da hilft auch kein Versuch, sich mit nachdenken abzulenken, weil man immer im Hinterkopf hat “mit dem Auto hätte ich für die gesamte Strecke jetzt nur 10 Minuten gebraucht!” Aber zum Glück traf ich unterwegs mal wieder ein paar Bekannte, sodass ich mich wieder mal ablenken konnte.

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Eine der Fragen, die ich mir heute gestellt habe war folgende: “Wenn der Zug etwa 60 Km/h, bei einer Länge von 200 Metern fährt, wie schnell muss ich laufen, wenn ich 30 Meter enternt bin, um noch aufspringen zu können?” Nachdem ich froh war endlich mal zu sehen, dass man eine klassische Mathe Aufgabe doch auch mal im echten Leben anwenden kann, lautete die ernüchternde Antwort: Ich muss wesentlich schneller laufen, als ich rechnen kann, denn noch bevor ich fertig war, war der Zug bereits weg. Verflucht seist du Mathematik! Nach dieser Enttäuschung, habe ich die Zeit dann doch noch irgendwie rum bekommen. Ich freue mich schon, wenn ich in Gebiete komme, die ich noch nicht wie meine Westentasche kenne. Okay, das stimmt so nicht, eigentlich müsste es heißen: “…wenn ich in Gebiete komme, die ich noch nicht wie meine Hosentasche kenne, sondern eher wie meine Westentasche”. Am Nachmittag habe ich dann mein Ziel Bad Hersfeld erreicht und mir eine Jugendherberge gegönnt. Morgen soll es nämlich regnen und ich wollte meinen Tag gerne im Trockenen beginnen. Am Abend haben mich dann noch meine Eltern besucht und ich konnte ihnen ein paar Sachen mitgeben, die ich nicht mehr benötige, bzw. wo mir mein Rücken gesagt hat, dass ich sie nicht mehr brauche. Nach dem Ausmisten habe ich noch Säule 2 mit meinen Eltern und einer richtig guten Pizza Parma ausgebaut.

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Fazit vom zweiten Tag: Eigentlich dachte ich, dass erst der dritte Tag  richtig schlimm wird, aber jetzt fing es doch schon am zweiten an. Meine Füße und mein Rücken haben mir am Abend einiges zu erzählen gehabt! Ich bin alles in allem aber froh, dass ich mich so gut zurück halte! Für gewöhnlich neige ich dazu immer zu übertreiben, aber bisher mache ich immer schön Piano und gönne mir beim Laufen sogar Pausen, was ich beim Radeln eigentlich nie mache. Es würde auch wenig Sinn machen, wenn ich gleich zu Beginn Vollgas geben würde, nur um mir irgendetwas zu beweisen. Wenn ich es mir genau überlege, ich habe seit über einem halben Jahr kein Sport mehr gemacht, da gibt es gar nichts zu beweisen. Ich sollte froh sein, wenn ich überhaupt einigermaßen heil meine Ziele erreiche, auch wenn sie nicht so weit weg sind. Laut Schrittzähler bin ich die letzten Tage jeweils 17 km gelaufen, das kann aber eigentlich fast gar nicht sein, denn gefühlt waren das locker 170 Km… Naja, wie dem auch sei, ich bin jetzt todmüde und werde euch den Text jetzt noch schnell freigeben, bevor ich noch beim Tippen einschlafe. die Rechtschreibprüfung folgt dann die Tage ;)

2 Responses to “Fix und Fertig + Mathe in real life = Tag 2

  • “Immer schön Piano machen” – ein wunderbares Mantra. Ich hatte auf meinem Weg einen Tag, an dem ich viel zu schnell gelaufen bin. Als ich aufblickte, entdecke ich den handgeschriebenen Hinweis: Go pilgrim, go. But slow!

    Du musst immer bedenken, die Seele muss auch hinterher kommen! :D
    Weiterhin einen guten Weg Dir!
    Denise

    • lukesletter
      3 Jahre ago

      :D Sehr cooler Kommentar! Dankeschön Denise, deine Hinweise werde ich auf jeden Fall befolgen ;)

      Liebe Grüße
      Lukas

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